Liebe Blogleser und Blogleserinnen. Leider ist es schon viel zu lange her seit dem letzten Eintrag. Vieles ist passiert. Wir sind wieder ein paar Mal umgezogen. Wir wohnen nun schon seit knapp 4 Monaten in Ramingining. Ja, der Name ist schwierig auszusprechen. Ramingining ist ein Dorf, das vor allem von Yolngu Aboriniges bewohnt wird, darum der ungewöhnliche Name. Die Arbeit für David ist ähnlich wie an den anderen Orten. Zusammen mit einem anderen Schweizer Piloten betreibt er die MAF Basis hier. Es freut uns sehr eine Schweizer Familie so nah zu haben und zusammen Schweizer Deutsch zu reden. Sibylle arbeitet für die Arnhem Land Progress Aboriginal Corporation Sie leitet eine Arbeitsgruppe für Frauen die versucht Arbeitslose Frauen auf das Arbeitsleben vorzubereiten und ihnen hilft eine Arbeit zu finden. Ihr gefällt die Arbeit sehr. Durch die ihre Arbeit kennt sie viele Leute im Dorf, was uns sehr hilft Zugang zu den Yolngu zu bekommen.

Die Probleme in Ramingining sind leider auch ähnlich wie in den anderen Dörfern, in denen wir gewohnt haben. Alkohol, Drogen und häusliche Gewalt beschäftigt die Polizei oft. Leider passiert das alles vor allem im Verborgenen, was die Sache noch schlimmer macht. Wie wir oft schon geschrieben haben, hat sich der westliche Einfluss oft negativ auf das Leben der der sehr traditionellen Yolngu ausgewirkt. Die Probleme wieder loszuwerden ist beinahe unmöglich und wird Jahrzehnte dauern. Man kann wirklich fast nicht glauben, dass so eine Region in Australien existiert. Neben dem Flugdienst versucht die MAF darum auch mit der Platzierung von MAF Familien in den Dörfern die Yolngu zu unterstützen. Es ist sehr spannend für uns in die Beziehungen zu den Yolngu zu investieren. Sie sind eher zurückhalten und es braucht eine gewisse Zeit bis sie mit einem weissen Menschen über persönliche Dinge sprechen. Ihre Kultur ist so komplett anders als unsere, dass es viel Zeit und Energie braucht sie zu verstehen. Wir konnten aber schon viele interessante Erlebnisse mit den Einheimischen machen. Sie nehmen uns zum Jagen und Fischen mit und erklären uns Dinge über sich und die Natur. Sie haben uns in ihr Familien System adoptiert was es uns ermöglicht Teil ihrer Gesellschaft zu sein.

Wir erleben viele spannende, lustige und auch komische Sachen. Alles ist so anders hier als in der Schweiz. Am Schluss von diesem Blogeintrag haben wir einen kurzen Bericht über eine medizinische Evakuierung geschrieben. Sie zeigt auf, mit was für Herausforderungen David in seine Tätigkeit als Pilot tagtäglich konfrontiert ist.

Etwas anderes Spanendes haben wir euch auch noch zu erzählen. Wir werden im Januar eine Tochter bekommen! Wir freuen uns sehr darüber. Durch die medizinische Vergangenheit von Sibylle müssen wir jedoch in die Schweiz zurückkommen für die Geburt. Wir haben uns dadurch auch mit MAF zusammengesetzt und diskutiert wie es nach der Geburt weiter gehen soll. Unser Wunsch war schon immer, dass wir in Afrika für MAF arbeiten können. Zusammen mit MAF haben wir entschieden nach einer Zeit in der Schweiz für die Geburt in ein afrikanisches Projekt zu wechseln. Wir werden wahrscheinlich den grössten Teil vom 2019 in Nairobi in Kenia verbringen. Dort wird David auf die Cessna Caravan umgeschult und konvertiert seine Lizenz in eine Kenianische. Er wird dann eine Zeit für MAF in Kenia fliegen. Gegen Ende 2019, anfangs 2020 werden wir dann in das MAF Projekt im Südsudan wechseln. MAF baut die Basis dort kontinuierlich aus und braucht darum auch mehr Piloten. Durch die Medien wissen einige von euch sicher über den Zustand in diesem Land Bescheid. Gerade durch die prekäre Situation und die sich verbreitende Hungersnot ist MAF im Südsudan sehr gefragt. Eine Stärke von MAF ist es, sicher und effizient Hilfsgüter in Krisengebieten dieser Welt zu verteilen. Wir sind darum sicher, dass wir durch unsere Arbeit im Südsudan viel Gutes bewirken können und freuen uns sehr auf die kommende Zeit und die ganz neuen Herausforderungen.

Das wäre es für den Moment. Wir freuen uns sehr euch zu treffen, wenn wir im Dezember in die Schweiz kommen. Wir möchten allen für die Unterstützung danken, sei es finanziell und auch in der persönlichen Ermutigung. Wir sind immer dankbar für Spenden. Unser Lohn wird zu grossen Teilen von Spenden finanziert. Spenden an MAF zu unseren Gunsten werden nur für uns eingesetzt und können von den Steuern abgezogen werden.

PC Konto: 85-541047-1 Vermerk: David und Sibylle Graf

 

Liebe Grüsse Sibylle und David

 

Medizinische Evakuierung

Um 06:20 Uhr wachen Sibylle und ich auf, weil jemand an unsere Tür klopft. Sibylle öffnet die Tür. Draussen steht die Ärztin der örtlichen Klinik von Ramingining. Sie ist sehr ernst und fragt, ob David einen medizinischen Evakuierungsflug machen könnte. Ein Mann in einem abgelegenen Dorf hat in der Nacht einen Herzinfarkt erlitten und benötigt dringend medizinische Hilfe.

Die Ureinwohner Australiens sind sehr mit ihrem traditionellen Land verbunden und wohnen deshalb oft in ganz Arnhem Land verteilt in sehr abgelegen, kleinen Häuseransammlungen auch «Homelands» genannt mit nur etwa 20-30 Personen. Um die kleinen Dörfer besser versorgen zu können gehört zur fast jedem Homeland auch eine kleine Dreckpiste. Platz für Flugzeugpisten hat es in Australien genug. Diese werden meist von den Ureinwohnern selber gewartet. Ihre Möglichkeiten sind beschränkt. Die Pisten sind darum manchmal in einem schlechten Zustand und mit Büschen überwachsen. Der berühmte «Royal Flying Doctor Service» ist eigentlich für medizinische Evakuierungen zuständig und ist dafür auch gut ausgerüstet. Dieser kann aber auf den engen, kurzen und unbefestigten Pisten der traditionellen «Homelands» oft nicht landen. Der RFDS beschränkt sich vor allem auf grössere Orte mit besseren Pisten und natürlich auf die Orte mit befestigten Pisten. Die einzige Möglichkeit bei einem medizinischen Notfall in einem Homeland ist entweder mit dem Buschkrankenwagen von der nächsten Klinik dorthin zu fahren oder mit MAF zu fliegen. Die Autofahrt dauert aber oft viel länger und der Zustand der Strasse ist ungewiss.

Heute wäre eigentlich mein freier Tag, ich stehe aber schnell auf und bereite mich auf den Flug vor. Die Ärztin klopfte schon vorher beim Haus des anderen MAF Piloten, er kann aber aus medizinischen Gründen heute nicht fliegen. Da er nun aber sowieso wach ist, hilft er mir das Flugzeug vorzubereiten. Nur 45 Minuten später bin ich mit der Ärztin und einer Pflegefachfrau auf dem Weg nach Djamardi. Djamardi ist ein kleines Homeland am Meer westlich der Milingimbi Insel gelegen. Die Landebahn ist schmal und hat eine Kiesoberfläche. Die Autofahrt dorthin hätte etwa 2 Stunden gedauert, die Flugzeit beträgt jedoch nur 15 Minuten. Nachdem wir gelandet sind, eilen die Ärzte in ein wartendes Auto. Nach 10 Minuten kommen sie mit dem Patienten zurück. Er kann gehen, hat aber Mühe mit atmen und fühlt sich schwindlig. Die Ärztin und die Pflegefachfrau diskutieren, ob der Mann nach Nhulunbuy geflogen werden muss, um von dort ins regionale Spital transportiert zu werden oder nach Maningrida um von dort direkt mit dem RFDS nach Darwin geflogen werden sollte. Sie entscheiden sich dann aber ihn zur weiteren Untersuchung in die kleine Klinik von Ramingining zu bringen das sie sein Zustand als stabil beurteilen. Alle steigen ins Flugzeug und wir sind wieder schnell in der Luft. 15 Minuten später landen wir wieder in Ramingining, wo ein Auto der Klinik bereits wartet welches der Patient und das medizinische Personal in die Klinik bringt.

Ich räume das Flugzeug auf, fahre anschliessend ins Büro und telefoniere mit dem Spital Darwin welcher den Flug bezahlt. Um 0930 bin ich wieder zu Hause und kann den Rest meines freien Tages geniessen. Erlebnisse wie diese erinnern mich wieder daran wie wichtig der Flugdienst von MAF in dieser Region von Australien ist. Die dünne Besiedelung, die fehlende Infrastruktur machen die Flüge von MAF unverzichtbar. Es erfüllt mich mit Zufriedenheit zu wissen, dass ich heute einem Menschen helfen oder vielleicht sogar das Leben retten konnte.

 

Nachfolgend ein kleiner Einblick in Davids Alltag als Pilot und die Herausforderungen die ein Leben im australischen Outback unter den Ureinwohnern mit sich bringen kann.

Momentan befinden wir uns mitten in der Regenzeit. Das heisst, es regnet fast jeden Tag. Manchmal den ganzen Tag, manchmal nur am Morgen oder Nachmittag. Die Abkühlung ist sehr willkommen. Die Wochen vor der Regenzeit waren zum Teil unerträglich heiss. Das Fliegen kann wegen dem vielen Regen manchmal zu einer Geduldsprobe und einem Glückspiel zugleich werden. Man verbringt viel Zeit mit Studieren des Wetter Radars und telefoniert mit Piloten an anderen Orten um zu erfahren wie das Wetter dort ist. Wenn dann noch das ganze Telefonnetz und dass Internet ausfällt kann es schnell etwas chaotisch werden.

So geschehen vor einigen Tagen. Das Internet, die Mobiltelefone und die Festnetzanschlüsse waren alle für fast 24 Stunden nicht nutzbar. Das kann leider vorkommen an einem so abgelegenen Ort wie Elcho Island. Das Problem ist vor allem, dass es nur eine Antenne/Satellitenstation gibt. Fällt die aus, ist fertig kommuniziert auf der Insel. Die Techniker müssen dann zuerst mit dem Helikopter eine Stunde lang eingeflogen werden, bevor überhaupt etwas repariert wird. Und dann kommt natürlich wieder das Wetter hinzu;-) Für die Piloten bedeutete das nicht nur, dass die Kommunikation schwierig wurde, sondern auch das Wetter schwer einschätzbar wurde, da keine Prognosen und Radare mehr abrufbar waren.

Zum Glück ist in jedem MAF Flugzeug ein Satelliten-Tracking System eingebaut mit dem man auch zusammen mit einem Ipad Nachrichten versenden kann. Am Morgen jenes Tages nutze David das System um bei der Dispatch Basis am Gove Airport nachzufragen ob es ein Flug für ihn geplant ist. Er bekam den Auftrag, von Elcho Island nach Milingimbi Island zu fliegen wo er eine verstorbene Frau abholen sollte, welche für die Beerdigung nach Nhulunbuy geflogen werden musste (Strassen und Brücken gibt es keine). Da es wettertechnisch vom Boden aus machbar aussah, startete er seinen Flug. Flüge von Verstorben sind etwas anders als „normale“ Flüge. In der Aboriginal Kultur werden Tote in der Regel von einer grösseren Menge Angehörigen mit viel kulturellem Gesang und Tanz zum Flugzeug begleitet. Am Ankunftsort wartet dann wieder eine grössere Menge Angehörige welche die Leiche wieder abholt. Dabei wird viel geweint und viel gesungen. So dauerte es eine gewisse Zeit, bis die Verstorbene dann wirklich im Flugzeug war. Vor dem Abflug fragten die Angehörigen, ob es möglich wäre über Elcho Island einen Kreis zu fliegen als Gruss und Abschied an die dortigen Familienmitglieder der Frau. Das Wetter hatte sich inzwischen markant verschlechtert. David erklärte den Angehörigen, dass es wahrscheinlich wegen dem Wetter schwierig wird ihrem Wunsch nachzukommen und der Weg über Elcho Island einen grösseren Umweg wäre.

Er startete kurz bevor die nächste Regenschauerfront Milingimbi erreichte. Merkte aber bald, dass das Wetter schlechter ist als angenommen. Er diskutierte über Funk kurz die Situation mit zwei anderen MAF Piloten welche auch in der Region unterwegs waren. Beide gaben ihm an, dass das Wetter in der Region von Elcho Island besser ist. Bei MAF wird Safety grossgeschrieben. Es müssen immer zwei Landemöglichkeiten in Reichweite sein, besonders bei schlechtem Wetter. Er flog darum in Richtung Elcho Island mit der Absicht von dort aus in Richtung Gove Airport weiterzufliegen. Als er in die Region von Elcho Island kam, musste er aber feststellen, dass die Sicht etwa 5km und die Wolkenuntergrenze nur noch knapp 150m über Boden, das legale Minimum, ist.  Er entschied sich darum in Elcho Island zwischenzulanden um auf besseres Wetter zu warten. Er war nun sozusagen ungeplant dem Wunsch der Angehörigen nachgekommen😉.

Kaum in Elcho Island angekommen tauchten auch schon etwa 30 trauernde Angehörige auf.  Plötzlich war der kleine Passagierterminal voll von weinenden und schluchzenden Angehörigen. Sie waren sehr dankbar, dass der Flug hier einen Zwischenstopp machen musste. Schnell entwickelte sich die Situation aber zu einem Chaos. Die Angehörigen von Elcho Island wollten auch von der toten Frau Abschied nehmen. Da Elcho Island aber wie grössere Flughäfen eine Land- und eine Luftseite hat, ist es nicht so einfach möglich, dass eine grössere Menge Leute auf dem Vorfeld herumlaufen darf. Dies den Angehörigen zu erklären war nicht einfach, die Aborigines sprechen viele Sprachen, Englisch kommt aber meist an dritter oder vierter Stelle. David konnte sich dann aber mit dem Airport Manager und den Angehörigen eingingen, dass alle kurz am Sarg vorbei gehen dürfen um Abschied zu nehmen.

Das Wetter verschlechterte sich zunehmend. David besprach verschiedene Möglichkeiten mit einem erfahrenen MAF Piloten der auch wegen dem Wetter auf Elcho Island landen musste.  Das Dispatch Team zu informieren und um Rat zu fragen war nur sehr bedingt möglich, da weiterhin nur das Satelliten-Tracking System zur Kommunikation zur Verfügung stand. Schlussendlich entschied sich David und der andere MAF Pilot, dass ein Weiterflug nicht möglich war. Also musste nun überlegt werden, was mit der verstorbenen Frau im Flugzeug gemacht werden konnte. David lief zu Fuss zur Klinik von Elcho Island (kein Telefon) um dort nachzufragen, ob sie in behilflich sein könnten. Die Mitarbeiter waren sehr hilfsbereit und boten an, die Frau über Nacht fachgerecht aufzubewahren. Sie erklärten David aber auch, dass in der Yolngu Kultur der Körper der Verstorbenen meistens bei der Familie bleibt. Er musste also mit der Familie klären wer die Verantwortung für die Leiche übernimmt und auch dass sie am nächsten Morgen rechtzeitig zurück zum Flughafen kommt.

Am nächsten Tag konnte der Transport dann erfolgreich zu Ende gebracht werden. Auch wurden im Verlauf des Morgens die Kommunikationsantennen repariert, worüber alle sehr froh waren 🙂

Im vergangenen Jahr haben wir immer wieder den Spruch gehört, dass MAF für «move – again – friend» steht. Allem Anschein nach wird dieser Spruch unser Motto für das neue Jahr. Vor einigen Tagen hat MAF uns angefragt, ob wir es uns vorstellen könnten in verschiedenen Dörfern auszuhelfen, wenn andere MAF Piloten für längere Zeit im Heimaturlaub sind. Wir haben uns entschieden unser Ok dafür zu geben. Für uns bedeutet dies, dass wir bis im August an vier verschiedenen Orten wohnen werden. Die Dörfer sind jeweils fast so weit voneinander Entfernt wie Zürich und Genf. Wir sind sehr gespannt, was wir in dieser Zeit an den unterschiedlichen Orten erleben werden. Wir freuen uns darauf, weil wir in den meisten Dörfern gute Freunde haben. Auch werden wir so einen weitreichenderen Einblick in die Kultur der Yolngu erhalten. Ebenso kann David dadurch in verschiedenen Regionen von Arnhem Land Flugerfahrung aufbauen. Wir wissen aber auch, dass es uns einige Energie kosten wird immer wieder zu packen und umzuziehen. Gespannt blicken wir auf das vor uns liegende Jahr und alles was es bringen wird.

Was ist dein Homeland? Wer ist deine Schwester und wer dein Bruder? Wie heissen deine Eltern? Nachdem ich alle diese Fragen beantwortet habe sieht mich der kleine Yolngu Junge ziemlich ratlos mit seinen grossen Augen an. All diese europäischen Namen sagen ihm gar nichts und auch nach meinen Antworten kann er mich nirgends richtig zuordnen.

Diese Begegnung zeigt ein wenig auf, wie wichtig das Familiensystem in Arnhem Land ist. Welcher Familie man angehört hat einen grossen Einfluss auf das Leben der Yolngu Aborigines. Und für uns «Balanda» (weisse Leute in Sprache der Yolngu) ist das System oft kompliziert und sehr verwirrend. Die Familienbeziehung bestimmt mit wem man sprechen darf und mit wem nicht, wen man heiratet und welcher Onkel die Hauptaufgabe in der Erziehung übernimmt. Da weisse Leute nur schwer einzuordnen sind ohne einer Yolngu Familie anzugehören, werden immer wieder MAF Mitarbeiter von den Yolngu adoptiert. Dies muss nicht unbedingt von einer älteren Person ausgehen. Man kann auch von einer gleichaltrigen Person als Bruder oder Schwester adoptiert werden oder von einer jüngeren als Onkel oder Tante.

Dies ist nur einer der vielen Unterschiede zwischen unserer Kultur und der Kultur der Yolngu. Diese neue Kultur kennen zu lernen, ist sehr spannend für uns. Oft bringt es aber auch Herausforderungen mit sich, da manches für uns nur sehr schwierig nachvollziehbar ist. Wir sind sehr dankbar, dass uns langjährige MAF Mitarbeiter eine Menge an Wissen über die Kultur weitergeben. Auch der Einführungskurs in die Kultur hat uns sehr geholfen einen Einblick zu gewinnen.

Wir erwarten, dass wir in der kommenden Zeit weiterhin viel Neues dazulernen können. Wir wissen, es wird Tage geben an denen es herausfordernd sein wird, es wird Missverständnisse geben aber es wird auch spannende Momente geben, Aha-Erlebnisse und hoffentlich auch immer mehr Erfolgserlebnisse mit der uns momentan noch fremden Sprache der Yolngu.

Die Fotos zu diesem Blogeintrag sind von Fotograf Balz Kubli (www.balzkubli.com)

Liebe Freunde

Allzu lange haben wir schon keinen Blog Eintrag mehr geschrieben, obwohl es eigentlich viel zu berichten gegeben hätte. David hat seine Piloten Ausbildung und die MAF internen Aufnahmeprüfungen im Mai erfolgreich abgeschlossen. Anschliessend haben wir im Sommer einige Zeit in der Schweiz verbracht.

Seit gut zwei Monaten sind wir jetzt in Arnhem Land. (Letzten November haben wir einen Blog Eintrag über diesen Ort geschrieben). Wir werden für die nächsten zwei Jahre im MAF Projekt in Arnhem Land mitarbeiten.

Arnhem Land liegt im Norden Australiens. Es wird vor allem vom Stamm der Yolngu Aborigines bewohnt. Die Fläche ist etwas grösser als Portugal. Es gibt wenige Strassen und die wenigen die es gibt, sind nur in der Trockenzeit gut befahrbar. Darum ist es für viele (teilweise auch kürzere) Strecken nötig, diese mit dem Flugzeug zurückzulegen. Arnhem Land ist Stammesgebiet der australischen Ureinwohner. Sie dürfen sich mehrheitlich selbst verwalten. Weisse Menschen findet man in vielen Dörfern nur vereinzelt. MAF wurde vom Stamm der Yolngu eingeladen um in ihrem Gebiet ein Charter-Flugdienst sowie einen Linien-Flugdienst zu betreiben. Dies ist unter anderem ein Grund wieso MAF hier tätig ist.

David konnte sein Programm spezifisches Training bereits anfangen. Wie in jedem Job üblich, wird man auch als Pilot eingearbeitet. In den ersten 4 Wochen ist er immer mit einem erfahrenen Piloten unterwegs der ihn mit den fliegerischen Einzelheiten des Arnhem Land Projekts vertraut macht. Nach seiner Einführungszeit ist er immer alleine unterwegs. Sein erster Flug war gleich ziemlich herausfordernd. Er musste einige Ranger über lokale Buschfeuer fliegen, damit diese die Feuer beobachten und einschätzen konnten. Dazu war es nötig sehr tief zu fliegen damit die Ranger einen detaillierten Eindruck der Situation bekommen konnten.

Da wir momentan noch auf unser Visa warten, kann Sibylle noch nicht arbeiten. Sie konnte die Zeit bis jetzt aber gut nutzen um Kontakte aufzubauen und neue Leute kennenzulernen. Einige Familien hier kennen wir schon aus unserer Zeit in Mareeba. Zweimal konnte sie dank Mitarbeiter-Standbytickets mit dem MAF Linienflugdienst in die abgelegenen MAF Aussenstationen fliegen, wo sie Freundinnen besuchte. Die MAF Familien welche in den abgelegenen Dörfern wohnen freuen sich immer über Besuche. Sibylle engagiert sich auch in einer freiwilligen Arbeit. Sie hilft beim lokalen Yolngu-Kids-Club mit, welcher von verschiedenen MAF Mitarbeitern getragen wird

Wir sind gespannt was uns alles erwartet während unserer Zeit hier in Arnhem Land!

Liebe Grüsse

Sibylle und David

 

Liebe Freunde

Heute schreiben wir für einmal nicht über Fliegen und Flugzeuge. Wir möchten euch einen Einblick geben in einen anderen Bereich unseres Lebens in Mareeba und Cairns.

Schon früher haben wir euch berichtet, dass wir in die freiwillige Arbeit bei den Cairns Street Chaplains involviert sind. Dies ist eine christliche Organisation, welche zum Ziel hat, Nächstenliebe ganz praktisch zu praktizieren und für Leute da zu sein welche Hilfe brauchen in den Ausgangsnächten von Fr auf Sa und von Sa auf So. Gerne möchten wir euch auf eine Nacht „mitnehmen“:

Es ist kurz nach zehn Uhr, wir erreichen mit dem Street Chaplain Van (ein ehemaliger Krankenwagen) das Stadtzentrum von Cairns. Nach kurzer Absprache mit unserer Teamleitung übernimmt jeder einen Teil des Aufstellen, David schliesst Elektrizität und Wasser an, Sibylle baut Tische und Stühle auf und die Teamleiterin füllt den Wassertank sodass wir später Wasser verteilen können. Schon bald haben wir um den ehemaligen Krankenwagen herum eine kleine Station eingerichtet die uns hilft, Leute die auf Drogen sind oder zu viel Alkohol getrunken haben, stationär zu betreuen. Jeder packt sich einige Handschuhe in der richtigen Grösse ein, Sibylle checkt mit der Teamleiterin die Erste-Hilfe Taschen während sich David um das verkabeln der Funkgeräte kümmert. Noch während dessen kommt ein junger Mann vorbei, wir erkennen ihn, eine Woche zuvor haben wir ihn ins Spital eingewiesen. Er und seine Kollegen möchten sich dafür bedanken. Wir haben ein kurzes Gespräch und wünschen ihnen eine bessere Nacht als die letzte. Dann stehen wir drei zusammen und beten für die Nacht und sind dann bereit unsere Schicht zu beginnen. Allerdings fehlt noch ein Mitarbeiter, da er kurzfristig ausgefallen ist, muss ein Ersatz organisiert werden. Bis dieser kommt machen David und Angela (die Teamleiterin) eine kurze Runde durch die wichtigsten Strassen des Stadtzentrums, Sibylle bleibt beim Van zurück und verteilt Wasser an müde Ausgänger.

Es ist eine feucht, heisse Nacht, das Thermometer zeigt immer noch 28 Grad an und der Tag war noch viel wärmer. Kein Wunder, dass schon nach 45 Minuten über 60 Becher Wasser verteilt wurden. Viele Leute bleiben stehen und es entstehen Gespräche. Die Securitas, welche in der Stadt patrouillieren, kommen vorbei und man tauscht sich darüber aus was in der Stadt los ist und wo Probleme erwartet werden. Es hat ausnahmsweise mehr lokale Leute auf der Strasse als internationale Backpacker, was vor allem damit zu tun hat, dass überall Firmenweihnachtsfeste gefeiert werden.

David und Angela kommen zurück von der ersten Runde, alles scheint ruhig. Auch der Ersatz für den ausgefallenen Mitarbeiter ist inzwischen eingetroffen. Wir sprechen uns kurz ab und entscheiden, dass Sibylle und David weiter zu Fuss durch das Ausgangsquartier gehen und dann den zweiten Teil der Nacht für die Station beim Van zuständig sind. So gehen wir los, es ist eine eher ruhige Nacht, wir behandeln aufgeschlagene Beine und aufgeschnittene Hände, verteilen Übelkeitstüten und organisieren sichere Transporte nach Hause für Leute welche etwas zu sehr gefeiert haben. Wir reden mit den Türstehern und fragen wie es läuft und wie es ihnen geht. Ab und zu werden wir auch über Funk von ihnen angefunkt, wenn vor ihrem Club Leute sind, welche Hilfe brauchen.  Nach unserer Pause um 1 Uhr werden wir von Angela angerufen ob wir sie unterstützen könnten. Es ist einiges los bei der Station und wir werden von Angela gebeten eine verwirrte, aufgebrachte junge Frau zu ihrer Unterkunft zurück zu bringen. Diese Aufgabe stellt sich jedoch als schwieriger heraus als erwartet, in das Hostel kommt man nur mit einem bestimmten Tür-Code rein, die junge Frau kann sich aber nicht an den Code erinnern. Und da sie weder ein Handy bei sich hat um ihre Begleitung anzurufen noch ein Portemonnaie mit einem Ausweis macht das Ganze nicht einfacher. Mithilfe von anderen Backpacker können wir dann nach einer halben Stunde den Besitzer des Hostels wecken und er kümmert sich darum, dass die Frau schlussendlich in das richtige Zimmer kommt. Auf dem Weg zurück zur Station fragen wir uns ob die Frau unter Drogen stand.

Für den Rest der Nacht sind wir beim Van, wir verteilen nochmals sehr viel Wasser, tauschen mit Backpacker aus wo sie schon waren und wohin sie noch gehen, fragen lokale wie ihre Nacht so läuft und dürfen immer wieder hören, dass die Cairns Street Chaplains einen Unterschied im Ausgehrviertel von Cairns machen. Ein Mädchen nimmt einen Becher Wasser mit dem Kommentar: “That’s heaven in a cup“. Noch ein letztes Mal bringen Angela ihr Partner eine Frau die nicht mehr wirklich laufen kann mit dem Rollstuhl zum Van, sodass sie sich ein wenig ausruhen kann und wir klären können, wie sie am besten nach Hause kommt oder ob sie mit der Ambulanz ins Spital muss. Nachdem auch diese Situation gelöst ist und der Himmel um 05:00 schon langsam wieder heller wird, machen wir uns daran aufzuräumen. Die Nacht war im Grossen und Ganzen ziemlich ruhig, wofür wir dankbar sind. Wir freuen uns, dass wir nun bald zu Hause sind und einige Stunden schlafen können.

Liebe Freunde

Wir melden uns wieder einmal aus Australien;-) Wir hoffen euch geht es gut und ihr hattet einen schönen Sommer. Wir freuen uns, euch nun etwas über die vergangene Zeit, in der einiges passiert ist, zu berichten.

Am Mittwoch hat David seine letzte von insgesamt sieben CPL Theorieprüfungen bestanden. Jetzt folgt in zwei Wochen die praktische Flugprüfung. Wir sind dankbar dass es so gut voran geht mit der Flugausbildung.

Ein Highlight für David war eine Reise per Flugzeug ins Arnhem Land in den Northern Territories. Wir wissen nun, dass wir beide dort unsere MAF Laufbahn beginnen werden. Arnhem Land ist ein Gebiet, das von Aborigines, dem Urvolk von Australien, bewohnt wird. Armut, Alkohol und fehlende Bildung sind grosse Probleme in dieser Region. Dazu kommt, dass das Arnhem Land nur schwer zugänglich ist. Die Gründe dafür sind sehr vielschichtig. Das Arnehm Land wurde der Urbevölkerung durch die Regierung als einen Ort zur Verfügung gestellt, wo sie ihren eigenen Lebensstil und ihre eigene Kultur leben  können. Durch die kulturellen Veränderungen um sie herum, fällt das den Aborigines aber schwer. Die durchschnittliche Lebenserwartung der einheimischen Bevölkerung liegt bei nur etwa bei 50 Jahren.

MAF operiert mit ca. 10 Flugzeugen im Arnhem Land, um den Bewohnern, sowie auch Lehrern, Ärzten und anderen Personen einen schnellen Transport zu ermöglichen. Häufig ist der Luftweg bei den grossen Distanzen und schlechten Strassen die einzige sinnvolle Transportmöglichkeit. Fliegen ist im Arnhem Land so normal wie in der Schweiz Bus fahren.

Um einen Einblick zu erhalten was uns erwartet, plante die Flugschule eine Flugreise dorthin. Simon Heusler, der andere Schweizer Flugschüler, und David bekamen den Auftrag, den Flug mit zwei Flugzeugen zu planen und durchzuführen. Die Reise nach Nhulunbuy im Arnhem Land dauerte 2 Tage oder etwa 10 Flugstunde, die Distanz ist etwa 1800km.

Früh an einem Mittwochmorgen ging es los. Ein Flugschüler musste alleine fliegen, der andere flog mit Fluglehrer und Passagier. Als Training für die Berufspilotenprüfung bekam dieser während des Fluges Aufträge gestellt und musste Probleme lösen. Nach jeder Flugetappe wurde gewechselt. Nach zwei Tagen und vielen schweisstreibenden Flugstunden über die unendlichen Weiten Australiens kamen wir an einem Freitag am Gove Airport im Arnhem Land an.

Das Wochenende verbrachte David auf Elcho Island, einer Aussenstation der MAF. MAF operiert aus der Hauptstadt von Arnhem Land sowie verschiedenen Aussenstationen aus. Auf einer solchen Aussenstation wohnen immer zwei Familien, die sich die Arbeit teilen. Die Piloten repräsentieren MAF an diesen Orten. Sie verkaufen Flüge, beraten die Kunden, bereiten die Flüge vor und führen sie auch durch. In einigen Aussenstationen sind die Piloten teilweise auch für den Gottesdienst am Sonntagmorgen zuständig.

Der Plan ist, dass wir nach der Ausbildung im Arnhem Land für MAF arbeiten. David wird dort als Pilot Erfahrung sammeln. Sibylle wird voraussichtlich im Gesundheitssektor arbeiten. Der Bedarf an medizinischem Personal in dieser Region ist sehr gross. Es ist sehr gut möglich, dass wir nach einiger Zeit in ein anderes Programm nach Papua Neuguinea oder nach Afrika geschickt werden. Geplant ist auch, dass wir nach der Ausbildung Mitte Mai 2017 in die Schweiz kommen und Anfangs September 2017 wieder nach Arnhem Land ausreisen.

Wir hatten in letzter Zeit viel Besuch aus der Schweiz. Zuerst besuchten uns Sibylles Eltern und dann Davids Schwester und ihr Freund. Wir haben diese Zeit sehr genossen. Es ist immer schön wenn wir Besuch aus Übersee unser Zuhause und und die Gegend in der wir wohnen zeigen können.

Falls du gerne mehr über uns erfahren möchtest, können wir dir gerne unseren Newsletter schicken. Anmeldung auf www.flyingforlife.ch

Liebe Freunde

Schon länger haben wir nichts mehr in den Blog geschrieben. Es wird Zeit wieder mal ein Update zu schreiben wie es uns geht und was in den letzten Wochen und Monaten alles geschehen ist. Wir haben die Halbzeit unserer Zeit in Mareeba erreicht. Schon bald müssen wir uns mit der Zeit nach der Ausbildung auseinander setzten.

David hat nun bereits vier von sieben theoretischen Prüfungen für die Berufspilotenlizenz erfolgreich hinter sich gebracht. Die letzten zwei Wochen stand intensives Nachtfliegen auf dem Programm. David hat während dieser Zeit die Nachtfluglizenz erworben. Er musste 10 Flugstunden in der Nacht absolvieren und eine Prüfung bestehen. Diese bestand aus einem mündlichen Teil, einem Simulator Teil und einer Flug Teil. Er hat die Prüfung erfolgreich bestanden, was einen weiteren Meilenstein in seiner Ausbildung darstellt. Wir sind froh, dass die Ausbildung gut vorangeht. Anfangs September kann er voraussichtlich im Rahmen der Berufspilotenausbildung eine Flugreise nach Gove in den Northern-Territories absolvieren. Dort befindet sich das MAF Projekt in dem wir im ersten Jahr voraussichtlich arbeiten werden. Das wird eine gute Gelegenheit sein die zukünftige Arbeitsumgebung anzuschauen und mit den Piloten ins Gespräch zu kommen

Sibylle absolviert in der kommenden Woche bei der Arbeit einen drei tägigen Physiotherapie Workshop . Sie freut sich sehr darauf neue Inputs zu bekommen. Die Zusammenarbeit im Team macht ihr grossen Spass. Ebenso die monatlichen Einsätze bei den Street Chaplains. Es ist sehr spannend Freitag- und Samstagnacht in Cairns unterwegs zu sein und für die Menschen da zu sein, die Hilfe benötigen. Da sie Visa bedingt nicht 100 Prozent arbeiten kann, geniesst sie es auch etwas mehr Zeit zu haben um andere Frauen zu treffen und Beziehungen aufzubauen.

Ein anderer sehr erfreulicher Punkt ist, der positive Entscheid vom BAZL bezüglich Subvention der Ausbildung. Das BAZL hat uns eher unerwartet Subventionen zugesprochen. Diese helfen uns sehr die Pilotenausbildung besser finanzieren zu können.

Auch sonst ist immer wieder etwas los. Vor drei Wochen war das grosse Mareeba Rodeo Wochenende. Sozusagen das Highlight des Jahres in dieser kleinen Stadt. Es gab neben dem Rodeo noch eine Parade, eine Chilbi und diverse kleinere Anlässe. Für uns Schweizer ist Rodeo etwas total Unbekanntes, aber es war sehr unterhaltsam zuzuschauen, wie Cowboys und Cowgirls sich auf den Stieren und Pferden zu halten versuchten sowie die Tiere in verschiedenen Wettbewerben mit dem Lasso zu fangen versuchten.

Vor einigen Wochen hat David mit einem indischen Piloten, welcher zur Vorbereitung für seinen MAF Einsatz in Mareeba war, an einem Air Race teilgenommen. Dieses wurde vom North Queensland Aero Club organisiert. Das Ziel war es, die Flugzeit über eine definierte Strecke möglichst exakt voraus zu planen und diese dann auch möglichst exakt einzuhalten. Daneben wurden auch die Landungen, die Funksprüche und ein Fragebogen bewertet der während dem Flug ausgefüllt werden musste. Schlussendlich konnten sie sich über den 5. Rang von 14 teilnehmenden Flugzeugen freuen. Das war eine spannende und lehrreiche Erfahrung für beide.

Wir wünschen alle eine gute Sommerzeit!

Liebe Grüsse

Sibylle und David

 

Liebe Freunde

Wir haben endlich wieder Zeit gefunden um ein paar Zeilen über unsere Erlebnisse zu schreiben. Uns es geht sehr gut. Wir haben uns in Australien eingelebt. Auch an die kleinen australischen Unterschiede zur Schweiz haben wir uns unterdessen gewöhnt. Zum Beispiel die Geckos in der Wohnung. Wir sind uns immer ganz sicher, dass es in unsere Wohnung keine mehr gibt. Aber trotzdem müssen/dürfen wir die kleinen Dinger immer wieder von neuem einfangen. Das machen wir so weil wir diese auch schon im Bett angetroffen haben;-). Wir haben schon früher in unserem Blog über nervöse Feueralarme berichtet. Nun wissen wir, dass dies kein Einzelfall war. Hier scheinen alle Feueralarme ein wenig nervös zu sein. Von Zeit zu Zeit dürfen wir darum gespannt dem ohrenbetäubenden Ton unseres Feueralarms lauschen wenn der Backhofen wieder ein wenig zu lang offen war. Aber auch an das kann man sich irgendwie gewöhnen;-) Auch mit dem herrschenden Papierkrieg haben wir uns abgefunden. Wenn wir Schweizer die Bürokratie erfunden haben, haben sie die Australier perfektioniert. Sibylle durfte das vor allem beim Ausfüllen ihrer Bewerbungsunterlagen erfahren. Mit dem Arbeitsvertrag musste sie etliche zusätzliche Anträge und Papiere ausfüllen, was schlussendlich 45 Minuten in Anspruch genommen hat. Auch David durfte schon im Dezember ca. 30 Seiten Papier für seine Lizenz produzieren. Weitere werden wahrscheinlich noch dazu kommen. Das ganze steht aber irgendwie sehr im Kontrast zu der allgemein herrschenden, eher entspannten, Lebenshaltung. Die Queenslander sind im Alltag sehr locker und relaxt.

David hat nun bereits die zweite von sieben Prüfungen bestanden, welche er für die Berufspilotenlizenz absolvieren muss . Er geniesst das Fliegen sehr und kommt gut voran mit seiner Ausbildung.

Sibylle hat gut bei ihrer Arbeit angefangen. Sie geniesst den Umgang mit den Mitarbeitern, was ihr auch hilft ihr Englisch weiterhin zu verbessern. Da am Arbeitsplatz von den Mitarbeitenden oftmals Physiotherapie durchgeführt wird, kann sie auch in diesem Bereich einiges lernen.

Weil Abends meist nicht viel los ist in Mareeba und fast alle Läden und Restaurants um 17:00 schliessen spielen wir sehr viele Gesellschaftsspiele oder besuchen Freunde. Oft wird uns gesagt, dass es eine gute Vorbereitung für den Einsatz ist wenn Abends nicht mehr so viel los ist und man sich selber beschäftigen muss. So werden wir also optimal vorbereitet:-). Nächste Woche kommt schon der erste Besuch aus der Schweiz. Davids Vater wird eine Woche bei uns sein, wir freuen uns sehr auf diese Zeit und die Möglichkeit ihm die Gegend zu zeigen.

Wir wünschen allen eine gute Zeit und hören auch gerne wie es euch geht. Gerne dürft ihr uns per WhatsApp oder Facebook kontaktieren. Wir danken euch auch für eure Gebete.

Sibylle und Dave

Liebe Freunde

Schon wieder ist einige Zeit vergangen seit unserem letzten Blog Eintrag.

 

David konnte inzwischen erfolgreich seine schweizer Privatpiloten Lizenz in eine australische Lizenz umwandeln. Er darf nun selbstständig fliegen und muss jetzt die nötigen Erfahrungsstunden für die Berufspilotenlizenz aufbauen. Am Karfreitag bekam er die Möglichkeit schon ein wenig MAF-Einsatz Luft zu schnuppern. Er durfte 50kg Bibel und andere Bücher in ein abgelegenes, von Aborigines bewohntes Dorf fliegen, während ein anderer Student der Flugschule die Mitglieder der Bibelgesellschaft zum Dorf flog. Es war für ihn eine spannende und lehrreiche Erfahrung. Der Flug musste gründlich vorbereitet werden, da die Route über weite Strecken über unbewohntes Gebiet, sogenannte „Remote Areas“ verlief. Erschwerend kam dazu, dass am Zielflugplatz kein Treibstoff verfügbar war. Die Treibstoffplanung war daher nicht einfach und es musste sehr genau gerechnet werden. Der Flug verlief aber planmässig und so konnten Fracht und Passagiere pünktlich zu ihrem Ziel transportiert werden.

Weil David als Student bei Aviation Australia eingeschrieben ist (eine Art höhere Fachschule die eine Partnerschaft mit MAF eingegangen ist) und diese einen Ferienplan vorschreibt, geniessen wir momentan zwei Wochen Semesterferien. In der Woche nach Ostern durften wir von einer befreundeten Familie Campingmaterial ausleihen und haben damit ein paar Tage am Meer im malerischen Mission Beach verbracht. Wir haben diese Zeit sehr genossen.

Die zweite Ferienwoche nutzt David um das erste Semester zu rekapitulieren und sich für die kommende Prüfung vorzubereiten. Bald steht schon die erste grössere Theorie Prüfung für die Berufspilotenlizenz an. Das Thema ist Luftrecht. Rechtsprüfungen sind meistens trocken und darum eher mühsam zum lernen;-) Auch sonst gibt es noch das Eine oder Andere was in dieser Woche erledigt werden sollte.

Sibylle ist nach wie vor auf Job Suche. Sie hat sich bei verschiedenen medizinischen Einrichtungen beworben. Bis jetzt wurde ihr leider noch kein Arbeitsvertrag angeboten. Das Ganze braucht ein wenig Geduld, was nicht immer nur einfach ist. Wir erleben wie es ist, als Ausländer in einem (noch) fremden Land nach Arbeit zu suchen. Die Jobsituation ändert sich aber in Australien viel schneller als in der Schweiz, weshalb wir zuversichtlich sind, dass Sie bald eine Anstellung finden wird.

Während dem vergangenen Monat wohnte eine MAF Familie mit drei kleinen Kindern (zwischen 4 Monaten und vier Jahren alt) in der Wohnung neben uns. Sibylle war fast jeden Tag nebenan um die Eltern zu entlasten. Diese Zeit war für alle sehr bereichernd, Sibylle schätzte den Kontakt zur Familie und den Kindern sowie die Möglichkeit der Familie helfen zu können.  Die Familie war in Mareeba für den Standardisierungkurs und die letzten Vorbereitungen für ihren Einsatz im nordaustralischen Arnhem Land. Sie waren daher ziemlich unter Druck und sehr froh um die Hilfe. Da die Familie nun abgereist ist, ist alles wieder viel ruhiger geworden. Wir sind aber gespannt auf die nächsten Nachbarn und die neuen Bekanntschaften. Weil wir regelmässig neue Nachbarn bekommen bleibt es für uns immer interessant und wir lernen viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von MAF kennen.

Wir wünschen euch allen eine gute Zeit und einen schönen Frühling.

Liebe Grüsse

Sibylle und David